Uhenfels Bad Urach

Bad Uhenfels Urach

Luxus-Immobilie Uhenfels bei Bad Urach: Schlossbesitzer gesucht - Baden-Württemberg Hoch über Bad Urach an der Albertina steht eine renovierte Liegenschaft zum Kauf. Die Burg Uhenfels gehörte früher einer juedischen Bankenfamilie und bringt dem Windkraft-Pionier Willi Balz wenig Glueck. Urach - Das gedehnte und gepanzerte Degen - so empfängt ein Springer die Zuhörer. Der Jagdschloss Uhenfels hoch über Bad Urachs Ortsteil Seeburg (Ortsteil Reutlingen) ist nun geschlossen.

Uhenfels, dessen wetterseitige Giebelwand schon lange zerfallen ist, verdankt seine Erlösung dem ehemaligen Windkraft-Pionier Willi Balz. Die Unternehmerin hat sich in das 1873 geplante Schloß verliebt und viele Mio. Menschen aus dem Schlaf gerissen. Die Stadtverwaltung Urach hat einen besonderen Entwicklungsplan für 2010 ausgearbeitet und war erfreut, dass ein Burgfreund gerade noch pünktlich geflogen ist.

Die Unternehmerin Balz musste Konkurs anmerken, und das nahezu vollständig renovierte Schloß wurde 2015 zur Zwangsvollstreckung freigegeben. Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft gegen Willi Balz wegen Verzögerung von Insolvenzverfahren und Betrug in Millionenhoehe Anzeige erstattet. Irgendwann hätte er gern das 228 Quadratmeter große Schloß bezogen.

Nicht nur er ist der Eigentümer, der das Grundstück unwillkürlich übergeben musste. Als Eigentümer von Uhenfels hatte die Judenfamilie Warburg auch viele Höhen- und Tiefflüge bis hin zur Ausweisung aus ihrer Heimatregion durchlebt. Im Jahre 1899 kaufte der Hamburgische Banker Georg Warburg das Schloß und sein Nachbargut und ließ sich mit seiner Sippe hoch oben auf dem Grat über Seeburg nieder.

Die Warburger wurden per Gerichtsbeschluss beschlagnahmt, die Burg und das Gut wurden der Gemeinschaft der Trailfinger übergeben. Der auf Uhenfels gebürtige und groß gewordene Siegmund Warburg konnte erst einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die Liegenschaft zurückerobern. Die schwäbische Domäne liess er vom Stuttgarter Banker Blankenfeld veräußern, der das Schloß und ein Parkstück für eine handhabbare Gebühr für sich hatte.

Matthias Ballhaus, der die Arbeit seit Anfang der Restaurierungsarbeiten begleitet, beklagt die weisse Färbung, mit der alles überstrichen wurde: die wertvollen Fliesen, Holzverkleidungen und Dachdecker. "Zeitgenössisch, sie wollten das Geschichtliche nicht mehr sehen", sagt Ballhaus, der es in Abstimmung mit dem Denkmalamt schichtweise entfernen ließ und selbst erstaunt war, welche Schätze unter der Lackierung waren.

Die Burg wurde sorgfältig umgestaltet. "Das war eine tolle Arbeit", sagt Matthias Balhaus, der großen Wert darauf gelegt hat, den Style zu erhalten. "Es ist mir eine Herzensangelegenheit", sagt er und hat ein Gutachten vorbereitet. Der neue Eigentümer soll ein Einheimischer sein, der ab und zu die Tore für die Allgemeinheit öffnet - und kein Millionär aus China.

"Andernfalls wird das Schloß hinter einem Hochsicherheits-Zaun verschwinden."

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