Der E Golf

Das E Golf

Das neue e-Golf im Test: Lachen über die Langweile Nicht schön und nicht billig, der neue VW e-Golf ähnelt einem Golf. Bronzemedaille ging an den Kia Soul EV (372 Neuzulassungen), silbern an den Renault Zoe (423) - und wer hätte das gedacht, an den Volkswagen e-Golf. Die Leistungssteigerung von 85 auf 100 kW war für den Absatz des e-Golf ebenso gut wie die Zunahme der Akkukapazität von 24,2 auf 35,8 KW.

Damit ist der Stromer etwa so kostspielig wie ein Viertürer VW Golf Comfortline mit einem 96 Kilowatt-Benzinmotor. Die Gläserne Fabrik in Dresden, wo der e-Golf vor wenigen Tagen aufgebaut wurde, ist bis weit ins kommende Jahr ausverkauft. Eine dreiwöchige Prüfung und gut 2000 km lieferten spannende Informationen.

Du kennst mich" war die Aussage von Angela Merkel im Wahlkampf des Bundestages. Mit deutlich mehr Worten lobt Volkswagen den neuen e-Golf, die "e-Volution des Autos". Man hätte aber genauso gut sagen können: "Du kennst ihn. Schließlich ist E-Golf ein Golf, ein Golf, ein Golf, ein Golf. Wenn Sie schon einmal in einem Golf gesessen haben, werden Sie sich sofort zurechtfinden, Sie müssen vielleicht nicht einmal die Gebrauchsanweisung lesen - ja, wenn der elektrische Antrieb nicht über einige besondere Merkmale verfügt.

Doch um die Vielschichtigkeit von e-Golf besser zu verstehen, sollten Sie sich die technische Seite genauer ansehen. Die Schaltung ist in einem Fahrzeug mit nur einem Eingangsgetriebe sehr leicht - auf den ersten Blick bleibt auf der mittleren Konsole nur die vertikale Auswahl zwischen Vor-, Rück-, Ruhe- und Einparkstellung.

Es kann auch waagerecht verschoben werden. Die Rückgewinnung kann in drei Schritten gesteuert werden, d.h. beim Abbremsen oder beim Abfahren. Dies ist erstaunlich unkompliziert und stellt sicher, dass Sie die Bremse auf der Straße oder auf dem Landweg kaum benötigen - und dass Sie sich einige Abfahrten erholen.

Wenn Sie auch hier tight sein wollen, können Sie per Tastendruck auf eines der beiden Eco-Fahrprogramme im E-Golf umschalten. Zuerst ist das für das Moment, dann für den Trost durch den Wegfall von Klima- und Lüftungsanlagen - aber zumindest ein paar Kilometern im täglichen Leben. Der Golf erweist sich hier als der clevere Typ.

Herz-Kammer des e-Golf mit Arterien in Apfelsine. Auf 300 km gibt Volkswagen die Reichweiten des neuen eGolf an. In der alltäglichen Verkehrssituation sind etwa 250 km realistische Zahlen - je nach Fahrweise, Streckenverlauf und Außentemperaturen. Während der Testphase erreichte ich eine Strecke von über 230 km, mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch zwischen 13,5 und 13,9 km.

Die in der Broschüre genannten Richtwerte von 12,7 Kilowattstunden waren auch im EcoPlus-Fahrmodus nicht erreichbar. Schließlich ist der e-Golf bis zu 150 km/h flott, aber bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h ist er am bequemsten. Gleiches trifft auf den Autofahrer zu: Das Dynaudio Soundsystem - oder auch nur die Ruhe an Board - kann dann am besten genossen werden.

Mit einer Batterieladung gibt das Navigationsgerät die Maximalreichweite an. Insofern erscheint mir das VW-System im Golf verbesserungswürdig. Das Triebwerk ist nicht hörbar, das Windgeräusch bei 120 km/h beschränkt sich auf ein leises Flüstern. Trotz eines zusätzlichen Gewichts von rund 400 kg (allein die Lithium-Ionen Batterie bringt im Fahrzeugboden 318 kg auf die Waage) ist das Chassis des Golf in der Lage, Unebenheiten auf der Straße gegenüber der Benziner-Version aufzufangen.

Aber e-Golf ist nicht so schwer. Im e-Golf hatte ich nie Angst vor Reichweiten, auch nicht auf einer Fahrt nach Bielefeld, etwa 200km von hier. Schließlich kann der neue E-Golf jetzt in zwei Phasen mit 7,2 kW aufgeladen werden - die Ladekapazität des Vorgängermodells war nur um die Hälfte höher. Das bringt uns zur Fragestellung aller Aspekte der Elektromobilität: Wie viel Reichweiten muss ein Elektrofahrzeug haben, um für den Alltag geeignet zu sein?

Dreihundert Kilometern, 500 Kilometern, 1000 Kilometern - oder vielleicht nur 100 Kilometern? Wenn das Auto allein im städtischen Verkehr um die Ladestation am Arbeitsort herum gefahren wird, sind in der Regel 100 km vollkommen ausreichend. Für Urlaubsreisen nach Südfrankreich oder Italien wäre ein Elektrofahrzeug, das mit einer Batterieladung bis zu 1000 Kilometern erreichen kann, sehr schön.

Nein, ein Elektrofahrzeug mit einer Reichweiten von 250 bis 350 Kilometern ist für den täglichen Gebrauch völlig ausreichend. Besonders, wenn das E-Mobil so viel Fahrkomfort und Fahrvergnügen wie die neueste Golfgeneration mitbringt. VW berechnet 35.900 EUR für die viertürige Basisversion des e-Golf. Vieles, was wir während des Testes schätzten - die Radar-Sensoren für semi-autonomes Autofahren, zum Beispiel die Leder-Sitze oder der e-Sound, der mit einem niederfrequenten Brummton auf Tastendruck die Passanten alarmiert, bevor sich das Auto nähert, kann Volkswagen zusätzlich bezahlt werden.

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